Gehegebau und Recherche

Was ist eigentlich artgerecht?

Natürlich sollen sich unsere Tiere wohlfühlen! Deshalb recherchieren wir fleissig, wie man sie artgerecht hält. Aber was heisst eigentlich artgerecht?

 

Jedes Tier braucht erstmal genügend Platz. Nehmen wir als Beispiel unsere drei eurasischen Zwergmäuse. Sie erreichen gerade mal eine Körpergrösse von 5 bis 6 cm und wiegen zarte 5 bis 7 g. In der Wildnis sind diese Tiere aber sehr aktiv und klettern flink in Sträuchern herum. Sie mögen es gar nicht sich in Bodennähe aufzuhalten, dort hat es ja auch eine Menge Fressfeinde! Viel lieber bauen sie kleine Grasnäster in hohen Sträuchern. Ein kleiner Käfig kann diesem Bedürfnis nicht gerecht werden, daher bauen wir ein passendes Gehege. Als Grundlage nutzen wir ein altes Terrarium von 80cm Höhe. Wir haben oben eine Öffnung geschaffen und einen Aufsatz von weiteren 80cm Höhe anbauen. Wenn alles fertig ist, werden unsere Zwergmäuse ihre Nester in 1,60m Höhe bauen können und ihre Kletterkünste unter Beweis stellen.

 

Nicht nur genügend Platz, sondern auch die richtige Einrichtung ist wichtig für das Wohlbefinden der Tiere. Unsere drei Rennmäuse buddeln für ihr Leben gerne und bauen sich ein richtiges Gangsystem in ihrem hoch eingestreuten Terrarium. In ihrer ursprünglichen Heimat, der mongolischen Steppenlandschaft, ist es aber zudem auch sandig. Also haben wir ihnen ein zweites Terrarium gebaut, das mit Sand zum Wälzen und buddeln gefüllt ist. Unglaublich wie viel Spass die drei damit haben!

Unsere Degus bewegen sich sehr gerne und sind ständig in Action, also haben wir ihnen erstmal Laufräder zur Beschäftigung organisiert. Nun schubsen sie sich sogar gegenseitig aus dem Rad, weil sie so gerne rennen! Da Degus doch recht grosse Nagetiere sind, mussten wir darauf achten, ein Laufrad mit grossem Durchmesser zu finden. Zu kleine Räder schädigen nämlich die Wirbelsäule der Tiere, weil sie "krumm" rennen. 

Weil Akazienratten und auch Farbmäuse gerne klettern sammelten wir fleissig Äste und Rindenstücke im Wald -  Naturmaterialien sind nämlich artgerecht im Gegensatz zu Plastiksachen, die man in vielen Zoohandlungen für viel Geld kaufen kann. Und mal ehrlich, schöner aussehen tut ein naturnahes Gehege doch auch als eines mit quietschbunten Häuschen und seltsamen Spielsachen.

 

Ein wichtiger Punkt der artgerechten Haltung ist natürlich auch die Ernährung der Tiere. Alle bekommen ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Futter, sonst werden sie auf Dauer krank. So braucht unser Hamster ab und zu proteinhaltige Mehlwürmer , die Degus freuen sich über leckere Gurken, dürfen aber keine süssen Früchte essen, weil sie sonst an Diabetes erkranken können! Und unsere Akazienratten bekommen Leckerlies aus Akazienhonig, denn sie heissen nicht umsonst so. Wildlebende Akazienratten leben nämlich auf Akazienbäumen und ernähren sich auch teilweise davon.

 

Wer mehr über artgerechte Haltung wissen will, kann uns gerne besuchen kommen - die Raubtierfütterung findet immer in der 10 Uhr Pause statt!

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